Kleintier - Praxis

Informationen aus meiner Kleintier-Praxis
Seite 04

Tierärztlicher Rat

 

Hund                                                   . 

        Typische Krankheiten

            Impfungen bei Hund und Katze
            Tollwut
            Staupe: Wieder auf Vormarsch!

            Vorsicht Hautpilze
            Fuchsbandwurm-  Infektionsgefahr für Mensch und Haustier
            Zecken als Infektionsüberträger - Schutzmaßnahmen zu  Hause und im Urlaub
            Flohzirkus
            Scheinträchtigkeit
            Gesäuge-Tumor
 
 
            Frostschutzmittel - Tödlicher Cocktail für Hund und  Katze

        Tierhaltung / Tierschutz

   Gefährliche Hunde1 Stellungnahme des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte e.V.
   Gefährliche Hunde2  Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz

   Elektronische Tiermarkierung
   "Verhütungsmittel für Vierbeiner"
   Der Hund im Alter
   Zahnhygiene bei Haustieren
   Vorsicht Hitzestau
   Vom Umgang mit Haustieren an Sylvester
   Tiere auf dem Gabentisch
   Arzneimittel für Tiere

   Futtermittelfür Hund und Katze
 
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Der Hund im Alter

Mit zunehmendem Alter wird auch beim Hund  die Leistungsfähigkeit geringer, die Augen werden schlechter, das Gehör läßt nach und  auch die Nase ist nicht mehr das, was sie mal war. Dies ist ein ganz normaler, durch
Abnutzung der Organe bedingter  Lebensvorgang. Er tritt bei den einzelnen  Hunden zeitlich sehr verschieden auf.Kleine  Rassen altern im allgemeinen etwas später und haben eine höhere Lebenserwartung als große     Rassen. Aber auch hier gilt: keine Regel ohne  Ausnahme.

Eine Reihe von Erkrankungen tritt vorwiegend  bei älteren Tieren auf. So findet man etwa Hodentumore vorwiegend bei Rüden, die älter  als acht Jahre sind. Gesäugetumore kommen gehäuft bei älteren Hündinnen vor.
Ein nahezu ausschließlich beim älteren Rüden  auftretendes Problem stellen Analtumore dar. Diese Neubildungen wachsen rund um den  After bis an den Schwanzansatz und können kirsch- bis pflaumengroß werden. In aller Regel sind sie gutartig, das heißt, sie bilden kaum Metastasen und wachsen nicht infiltrierend in das umgebende Körpergewebe ein.
Die oft rasch wachsenden Tumore führen bald  zu einer Verengung des Afters. Die Tiere leiden dann unter Kotabsatzschwierigkeiten.  Analtumore brechen sehr leicht auf und lassen  eine Wundfläche entstehen, die permanent infiziert wird und dadurch nur sehr schwer  wieder zuheilt. Da auch das Immunsystem des älteren Hundes in seiner Wirkung nachläßt, besteht erhöhte Infektionsgefahr.
In diesem Stadium kann meist nur noch die  chirurgische Entfernung der Tumore helfen. Aber auch danach sind weitere Neubildungen möglich. Da die Entstehung der Analtumore hormonabhängig ist, kann der Tierarzt durch gegensteuernde Hormonpräparate eine Wachstumsverlangsamung erreichen. Auch eine Kastration wirkt sich günstig aus.
Wichtig für den Hundebesitzer ist die regelmäßige Kontrolle der Analregion beim Rüden um ein beginnendes Tumorwachstum im Anfangsstadium zu bemerken. Je früher der Tierarzt eine Behandlung beginnen kann, um   so größer sind auch hier die Erfolgschancen.

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Die scheinträchtige Hündin

Anja ist eine temperamentvolle, anhängliche  Pudeldame. Immer aufmerksam und zu einem  Schabernak bereit. Aber zweimal im Jahr  verwandelt sie sich für zwei bis drei Wochen in eine völlig andere. Sie wird zunehmend träge und teilnahmslos, zieht sich mit all ihren Spielsachen in ihr Körbchen zurück und scheint
dort in Weltschmerz zu versinken. Ihr Appetit läßt nach, das Gesäuge schwillt an und wird intensiv beleckt.

Wie Anja leiden viele Hündinnen im Anschluß an die Läufigkeit unter der sogenannten Scheinträchtigkeit. Sie bilden sich ein, Junge zu bekommen und verändern ihr Verhalten auffällig. Manche Hündinnen werden in dieser Zeit besonders anhänglich, andere aggressiv oder teilnahmslos.
Dabei liegt diesem eigenartigen Zustand ein ganz normaler biologischer Vorgang zugrunde. Bei jeder Hündin, ob tragend oder nicht, wird  nach der Läufigkeit das Schwangerschaftshormon Progesteron gebildet. Es regt unter anderem das Milchdrüsenwachstum an und läßt den Hund träge werden. Etwa zwei Monate nach der Läufigkeit wird entsprechend dem biologisch vorgesehenen Geburtstermin auch bei der nicht tragenden Hündin Milch im Gesäuge gebildet. Gewöhnlich bleibt die Milchproduktion gering und versiegt, für den Besitzer unbemerkt, nach wenigen Tagen. Bei der scheinträchtigen Hündin bleibt sie erhalten. Als
Ursache wird die Fehlsteuerung des Hormons Prolaktin angenommen, das bei der säugenden Hündin den Milchfluß anregt. Damit der oft qualvolle Zustand für Hund und Mensch ein rasches Ende nimmt, sollte die
betroffene Hündin in dieser Zeit viel Bewegung  erhalten. Auch eine Veränderung des Schlafplatzes und der Fütterungszeiten ist  wirkungsvoll. Spielzeug, das als Welpenersatz  adoptiert wird, sollte entfernt werden. Vor allem muß verhindert werden, daß die Hündin ihr  Gesäuge beleckt, denn dadurch wird der Milchfluß zusätzlich angeregt. Ein ausgedientes Shirt oder ein leichter Schlauchverband dienen  als Leckschutz. Kühlende Umschläge oder  Einreibungen helfen zusätzlich, die Milchbildung zu verringern. Wenn diese Maßnahmen keine ausreichende Linderung bringen, kann der Tierarzt durch eine homöopathische Therapie  oder eine Hormonbehandlung helfen. Für Hündinnen, die nach jeder Läufigkeit eine ausgeprägte Scheinträchtigkeit entwickeln, sollte die Kastration erwogen werden. Damit beugt man einer Gebärmutterentzündung vor, die sich als Folge der Hormonfehlsteuerung entwickeln kann.

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Staupe ist wieder auf dem Vormarsch

                            Extra-Information zum Thema Staupe
Bis in die späten sechziger Jahre hinein war die Staupe auf dem Gebiet der damaligen              Bundesrepublik eine häufige Infektionskrankheit bei Hunden. Erst durch konsequente Impfungen verlor diese Erkrankung ihren Schrecken und galt in den letzten Jahren als quasi ausgerottet. In den letzten Monaten geisterte sie dann aber wieder  massiv durch die Presse. Schnell war das Bild  einer "neuen Hundepest" gemalt und Tierhalter  wie Züchter nachhaltig verunsichert. Was steckt nun hinter dieser Hysterie?
In der Tat sind in den letzten sechs bis acht  Monaten bundesweit vermehrt Fälle von Hundestaupe aufgetreten Die Ursachen hierführ sind derzeit noch nicht eindeutig geklärt. In der Diskussion sind Tierimporte aus dem osteuropäischen Raum, eine zunehmende Impfmüdigkeit oder eine spontane Änderung  der in der freien Natur vorkommenden Virusstämme, gegen die unsere bisher  verwendeten Impfstoffe möglicherweise keinen  vollständigen Schutz bieten. Sicher ist bisher  nur, daß die Krankheit wieder beobachtet wird. Ein Grund zur Hysterie besteht aber nicht. Dennoch ist Vorsicht geboten. An der Staupe  erkranken neben Hunden, vor allem Nerze,  Wiesel, Frettchen, Marder , Robben und  Kleinbären. Im Verlauf der Infektionen treten      verschiedene Symptome wie Fieber, Erbrechen, Durchfälle, eitriger Nasen- und Augenausfluß, Hirnhautentzündungen mit Muskelkrämpfen und schließlich eine übermäßige Verhornung der Nase und der Zehballen auf. Erkrankte Tiere können die  einzelnen Symptome allein oder in       verschiedenen Kombinationen durchleiden. Die  Behandlung einer Staupeinfektion ist schwierig   und ihr Erfolg hängt weitgehend von den  betroffenen Organsystemen ab. Die Aussichten auf Ausheilung einer Nervenstaupe sind gering.
Vor diesem Hintergrund kommt einer  vorbeugenden Impfung gegen Staupe eine besondere Bedeutung zu. In den letzten Jahren wurde immer häufiger dazu übergegangen,  gegen Staupe nur alle zwei Jahre zu impfen, da  unter normalen Bedingungen der Impfschutz  etwa solange besteht. Manche Tierhalter  haben auf die Impfung ganz verzichtet oder nur  Welpen geimpft. In Zeiten eines erhöhten Infektionsrisikos sollte aber wieder auf einen lückenlosen Impfschutz geachtet werden. Dies  beinhaltet eine Impfung der Welpen im Alter  von sieben bis acht Wochen mit einer  Wiederholungsimpfung nach vier Wochen. Nur dieses, als Grundimmunisierung bezeichnete  zweimalige Impfen der Welpen garantiert einen belastbaren Impfschutz. Damit dieser Schutz  aufrechterhalten bleibt, sind jährlich Auffrischungen notwendig. Besteht ein           besonderes Infektionsrisiko, können Welpen vor Erreichen des Mindestimpfalters oder              kranke Tiere, die nicht geimpft werden können,  durch die Injektion eines Immunserums              geschützt werden. Diese als passive  Immunisierung bezeichnete Injektion ersetzt aber nicht die aktive Impfung. Und nur die veranlaßt das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern, die das Tier dann vor einer  Staupeinfektion schützen. Schauen Sie in den Impfpapieren nach, wann Ihr Hund zuletzt gegen Staupe geimpft wurde. Ist die Impfung  älter als 12 Monate, sollte zur Sicherheit      nachgeimpft werden. Achten Sie auch beim Kauf oder bei der Übernahme eines Hundes darauf, daß das Tier ordnungsgemäß geimpft wurde. Im Zweifelsfalle fragen Sie den Tierarzt und lassen die Impfungen gegebenenfalls  nachholen. Bei Tieren, die aus dem Ausland eingeführt werden, vergewissern Sie sich, ob eine amtstierärztliche Einfuhruntersuchung durchgeführt wurde. Auch bei Einfuhren, die  nicht aus dem osteuropäischen Raum stammen oder bei der Übernahme eines Tieres aus einer  einheimischen Zucht ist eine Untersuchung immer ratsam.
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Gesäugetumoren bei der Hündin

Gewebeneubildungen sind bei älteren Hunden keine Seltenheit. Am meisten verbreitet sind Tumore in der Milchdrüse älterer Hündinnen. Die schmerzlosen, derben Gewebebezirke sind durch das Drüsengewebe deutlich fühlbar. Die zunächst kleinen Knötchen können bis zur Größe einer Faust anwachsen.  Ob ein Tumor gut- oder bösartig sind, kann definitiv nach der mikroskopischen Untersuchung einer Gewebeprobe gesagt werden. Jedoch gibt es bereits rein äußerliche Kriterien, die eine grobe Einordnung zulassen. Im allgemeinen können kleine, über Monate oder Jahre wachsende Tumore, die unter der Haut leicht verschiebbar sind, als gutartig beurteilt werden. Bösartige Tumore wachsen meist schnell, sind mit der Gewebeumgebung verwachsen und können eine zu Blutungen neigende Oberfläche aufweisen. Sie verbreiten sich auf dem Blutweg auch in andere Organe und können dort Metastasen bilden.  In der Tiermedizin ist es üblich, Gesäugetumore chirurgisch zu behandeln. Sind mehrere Gesäugekomplexe betroffen, muß das Gewebe großzügig, manchmal sogar die ganze Gesäugeleiste entfernt werden. Vorteilhaft ist, wenn Tumorpatientinnen in einem frühen Stadium der Erkrankung vorgestellt werden. So kann der Tierarzt durch regelmäßige Kontrolle des Tumorwachstums den Operationszeitpunkt ermitteln, der eine möglichst gewebeschonende und gleichzeitig vollständige Entfernung des Tumors erlaubt.  Vorbeugend sollte bei älteren Hündinnen regelmäßig jede einzelne Brustdrüse und ihre Umgebung abgetastet werden, um Gewebeneubildungen frühzeitig zu erkennen. Wie in der Humanmedizin empfiehlt sich auch bei Tierpatientinnen eine Vorsorgeuntersuchung im Abstand von sechs Monaten und zusätzlich die regelmäßige Kontrolle durch den Tierbesitzer. Leider glauben immer noch viele Hundehalter eine Trächtigkeit könne die Bildung von Gesäugetumoren verhindern. Dies ist jedoch nicht zutreffend. Einzige Möglichkeit, das Risiko für Gesäugetumoren drastisch (um 85 bis 75 Prozent!) zu reduzieren, ist die frühzeitige Kastration vor der ersten, spätestens vor der zweiten Läufigkeit.
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